Cottbus für Alle! NO PEGIDA

Um ein Zei­chen für ein welt­of­fe­nes Cott­bus zu set­zen fin­det am 27.6. ab 19.00 Uhr eine De­mons­tra­tion un­ter dem Motto „Cott­bus für alle!“ statt, Start­punkt ist der Bran­den­bur­ger Platz. Für die De­mons­tra­tion be­ru­fen sich die Organisator*innen (Pri­vat­per­so­nen) auf die „Cott­bu­ser Er­klä­rung“. Diese wurde 2015 ver­ab­schie­det, um ein Zei­chen ge­gen ei­nen sich in Cott­bus eta­blie­ren wol­len­den Pe­gida Ab­le­ger zu set­zen. Die De­mons­tra­tio­nen von Zu­kunft Hei­mat und Pe­gida Dres­den las­sen ein Han­deln auf Grund­lage der Er­klä­rung nun wie­der not­wen­dig er­schei­nen.

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Massive Gewalt nach rechter Demo

Mindestens zwei Angriffe nach Demonstration von „Zukunft Heimat“

Neonazis und Rassisten tragen massiv zur Unsicherheit und zur Gewalt in der Cottbusser Innenstadt bei. Dies wurde erneut am Dienstagabend (13. Juni) in furchtbarer Brutalität deutlich. Unmittelbar nach Abschluss der Demonstration des neurechten Vereins „Zukunft Heimat“ kam es zu mindestens zwei rechten Angriffen. Die Attacken richteten sich gegen
Personen, die zuvor am Rande gewagt hatten, ihrem Unmut über die Demonstration verbal Ausdruck zu verleihen.

– Eine Frau wurde auf dem Heimweg in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße/Höhe Puschkinpark von zwei vermummten Personen vom Fahrrad geprügelt und im Gesicht verletzt. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden, eine Platzwunde wurde genäht. Die Polizei erwähnt diesen Angriff in einer Mitteilung, verschweigt allerdings den
Zusammenhang mit der Demonstration.
https://polizei.brandenburg.de/fahndung/koerperverletzung-zeugen-gesucht/656331

– Ein Ehepaar beobachtete in der Sandowerstraße die in Richtung Altmarkt vorbeiziehende Demonstration vom Rande her. Kurze Zeit später kamen aus Richtung des Marktes vier Personen auf das Paar zu. Eine der Personen bespritzte die Eheleute mit Wasser. Ein anderer Mann ging auf die Frau los. Der Ehemann versuchte seine Frau zu schützen; daraufhin wurde ihm gegen den Kopf geschlagen. Er ging zu Boden und riss sich dabei den Ellenbogen auf. Auch er musste im Krankenhaus behandelt werden.
Ein beiden Fällen wurde Anzeige erstattet.

Mit völkischen und rassistischen Reden hatten „Zukunft Heimat“-Funktionäre wie Christoph Berndt und Anne Haberstroh zuvor die Stimmung angeheizt. Die dabei eingestreute Beteuerung, dass „Zukunft Heimat“ ihre rechtsradikalen politischen Ziele „mit friedlichen Mitteln“ erreichen will, entpuppte sich nicht erst durch die dann folgenden
Übergriffe als hohle Phrase. Denn schon an der Demonstration selbst nahmen zahlreiche Personen aus gewaltgeneigten Fußballmilieus und Neonazis teil. Eine Personengruppe war mit einheitlichen T-Shirts (Aufdruck: Schlagringe, „Anti-Antifa“) und teilweise mit Schutzkleidung ausgestattet.

„Zukunft Heimat“ hat weitere Demonstrationen in Cottbus angekündigt, die erneut in Kooperation mit der Dresdener „Pegida“ organisiert werden sollen. „Zukunft Heimat“ ist zudem aufs engste verquickt mit der AfD. Der Aufmarsch am 13. Juni war der zweite nach einer Auftaktdemonstration im Mai.

Luise Meyer, Sprecherin von Cottbus Nazifrei!:
„Zukunft Heimat ist kein harmloser Bürgerverein. Es ist eine rechtsradikale Kampagnenorganisation, die das Klima in unserer Stadt gezielt vergiftet. Menschen werden angegriffen und niedergeschlagen, nur weil sie sich am Rande der Zukunft-Heimat-Demo gegen Rassismus geäußert hatten. Ein trauriger Fakt: Cottbus ist nicht sicher für Menschen, die von Rassismus betroffen sind und für solche, die sich gegen Neonazis positionieren. Seit mehreren Jahren sind die Zahlen rechter und rassistischer Gewalt in Cottbus hoch.

Befreiung fortsetzen – Aktionswochen

PROGRAMM

Freitag, 21. April, 19:30 Uhr, Zelle79
Soli-Tresen
Warm-Up für die Aktionswochen: Lecker Cocktails schlürfen und dabei Menschen unterstützen, die von Repression betroffen sind.

Samstag, 22. April, 13 bis 17 Uhr, Puschkinpark
Gedenken & Parkfest
Wir Gedenken der Befreiung von Faschismus in Cottbus am 22. April 1945. Im Anschluss feiern wir diesen Tag  mit einem Parkfest mit Infoständen und Kulturprogramm. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Dies ist der offizielle Auftakt zu unseren Aktionswochen.

Samstag, 22. April, 19 Uhr, OBENKINO
Film: „Der Kuaför aus der Keupstraße“
Film mit anschließendem Gespräch zum Nagelbombenattentat in der Kölner Keupstraße. Jahrelange Ermittlungen gegen die Opfer hinterließen fatale Schäden. Später stellte sich heraus, dass auch hier der NSU am Werk war.

Montag, 24. April, 17 Uhr, Zelle79
KüfA mit Diskussion
Die „Küche für Alle“ lädt zum veganen schlemmen. Wir reden darüber, wie wir in unserem Alltag mit rechter Hetze umgehen können.

Dienstag, 25. April, 18:30 Uhr, Piccolo
Lesung: Stolpersteine
Erika Pchalek ist den Geschichten hinter den Cottbuser Stolpersteinen nachgegangen. Sie liest Kurzbiografien, die von den Ungeheuerlichkeiten des Massenmordes zeugen.

Mittwoch, 26. April, 19 Uhr, Zelle79
Vortrag: NSU: Wie klärt Brandenburg auf? #2
Aktivist*innen von „NSU-Watch Brandenburg“ berichten vom Ermittlungsstand des im letzten Jahr eingesetzten NSU-Untersuchungsausschusses im Brandenburger Landtag.

Donnerstag, 27. April, 19 Uhr, Muggefug
Vortrag mit Raul Zelik
Kapitalismus auf der Zielgeraden? – Der Autor und Aktivist Raul Zelik geht mit uns auf die Suche nach postkapitalistischen Perspektiven. Hier geht es vor allem um die Frage nach dem Gemeineigentum.

Freitag, 28. April, 16 Uhr, vor der Stadthalle
Critical Mass
Zusammen mit netten Menschen und Musik wird sich gemeinsam mit dem Fahrrad für den Umweltschutz eingesetzt. Im Anschluss gibt’s vegane Lasagne.

Montag, 1. Mai
Arbeiter*innenkampftag
in Cottbus, Berlin, Bautzen, Gera oder Halle. An dem Tag ist für jede*n was Passendes dabei.

Dienstag, 2. Mai, 15:30 bis ca. 19 Uhr, LEAG-Gebäude
Klimafahrradtour zum Tagebau Cottbus Nord
unterwegs wird es an verschiedenen Punkten kurze Impulse zur Geschichte des Tagebaus in der Lausitz sowie zu den Auswirkung aufs Klima durch den Tagebau geben. Die Strecke wird ca 25 km betragen. Im Anschluss sind alle Teilnehmenden herzlich zum Plenum der Greenpeace Cottbus Gruppe mit Tee und Keksen eingeladen.

Donnerstag, 4. Mai, 19 Uhr, QuasiMono
Vortrag zur Aktualität von Walter Benjamin
Die faschistische Gefahr als Katastrophe bzw. Normalzustand der kapitalistischen Gesellschaft benennen. Wie passt das zusammen? Dazu schauen wir mit Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann in die Theorien von Walther Benjamin.

Freitag, 5. Mai, 18:00, LINKE-Geschäftsstelle
Film: „Das Schicksal der Kinder von Aleppo“
Der Film berichtet über die junge Sara und ihre Familie im Kriegsalltag in Aleppo und auf der Flucht. Im Anschluss sprechen wir darüber mit syrischen Geflüchteten.

Samstag, 6. Mai, ab 8 Uhr
Fahrt zur Gedenkstätte Sachsenhausen
Es wird eine Führung durch das ehemalige Konzentrationslager geben. Anmeldung unter: kontakt@cottbus-nazifrei.info

Sonntag, 07. Mai, 10 Uhr, Zelle79
Brunch
Zum Ende der Veranstaltungswochen wollen wir gemeinsam in „befreiter“ Gesellschaft brunchen. Bringt gern vegane Speisen mit.

Montag, 08. Mai, 19 Uhr, Zelle79
KüfA mit Film
Auch an diesem Montag heißt es wieder „Küche für Alle“. Es gibt Vöner (=veganer Döner). Außerdem zeigen wir den Film „ID without colors“ über  diskriminierendes und rassistisches Vorgehen der Polizei in Deutschland.

Während der ganzen Zeit, Synagoge am Schloßkirchplatz
Ausstellung „Tag der Befreiung“

Tobias Bank präsentiert Plakate aus der DDR. Die Ausstellung ist bis zum 18. Mai immer zu den Öffnungszeiten der Synagoge zu sehen.
Öffnungszeiten Mo, Di,Do von 10 -14  und Mi bis 16 Uhr

Solidarität statt Angst! Cottbus für Alle!

Seit 2010 versucht die NPD die Bombardierung der Stadt Cottbus am 15.02.1945 für ihre geschichtsrevisionistische Propaganda zu missbrauchen und dabei die Täter-Opfer-Rollen auszutauschen. Doch nachdem ihre Aufmärsche durch zivilen Ungehorsam unterbrochen, verkürzt und blockiert wurden, haben sie sich in den letzten beiden Jahren zu einer Kundgebung zurückgezogen. In diesem Jahr haben sie ihre Anmeldung sogar ganz abgesagt. Weiterlesen