Zusammen im Kahn gegen den rechten Wahn

Heute machen wir einen Ausflug nach Lübbenau um die Menschen der neuen Gemeinschaft „Laut für den Spreewald“ bei ihrer Demonstration zu unterstützen. Warum wir das machen haben wir hier in einem kleinen Text zusammengefasst.

Cottbus Nazifrei! sellt sich vor

Wir sind das Bündnis Cottbus Nazifrei! und unterstützen „Laut für den Spreewald“ bei dieser Demonstration. Unsere Ziele sind Rassismus in Cottbus und der Umgebung den öffentlichen Raum zu nehmen, Aufmärsche von Neonazis und Rechtspopulist*innen zu verhindern, den gesellschaftlichen Alltag in Cottbus antifaschistisch zu begleiten und mit positiven Alternativen und Lebensentwürfen ins öffentliche Bewusstsein hineinzuwirken. Wir setzen uns für ein gemeinsames Handeln aller emanzipatorischen Kräfte in der Region ein, um dem Erstarken rechter Bewegungen im Spreewald etwas entgegen zu setzen. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Cottbuser Aufbruch sind wir in einem Netzwerk namens „Cottbus bekennt Farbe“ aktiv. Auch weiterhin bieten wir unsere Hilfe für Aktionen in der Spreewaldregion an.

„Zukunft Heimat“ – Wer oder was ist das?

Seit Mitte 2015 orga­ni­siert der Ver­ein „Zukunft Hei­mat“ in verschiedenen Spree­wald­städ­ten, u.a. Lüb­benau, regel­mä­ßige Demons­tra­tio­nen. Zu Beginn reihte sich der Pro­test des Vereins in die bundesweite Anti-Flücht­lin­gs-Debatte ein. Der Ver­ein „Zukunft Hei­mat“ ver­tritt inzwischen jedoch offen völ­ki­sche, natio­na­lis­ti­sche und ras­sis­ti­sche Posi­tio­nen. Zu den Bünd­nis­part­nern gehö­ren die Bran­den­bur­ger AfD, Pegida-Ableger aus der Region und die Grup­pie­rung der Iden­ti­tä­ren. Zudem gibt es personelle Verbindungen zum verbotenen Spreelichter-Netzwerk, dessen Anführer Marcel Forstmeier selbst in Lübbenau lebt.

Was können wir gemeinsam tun?

Der Verein „Zukunft Heimat“ zeigt, dass es nicht nur notwendig ist explizit gegen Nazis auf die Straße zu gehen. Mit dem Verein hat sich eine gefährliche Verbindung verschiedener, bereits in der Mitte der Gesellschaft etablierter Parteien und Organisationen gebildet. Hier werden völkisch-rassistische Meinungen unter dem scheinbar harmlosen Deckmantel eines Bürgerbündnisses einer breiten Masse zugänglich gemacht. Gerade neue rechte Bewegungen wie „Zukunft Heimat“ sind gefährlich und brauchen eine Gegenkraft, weil sie eben nicht nur am gesellschaftlichen Rand zu verorten sind.

Dass sich diese Gegenkraft nun auch in Lübbenau und der Region Spreewald unter dem Namen „Laut für den Spreewald“ gegründet hat, ist ein guter Schritt. Mit der heutigen Demonstration wird deutlich, dass viele Menschen nicht gewillt sind, menschenverachtende Ideologien unwidersprochen hinzunehmen.

Unsere Erfahrungen aus Cottbus haben gezeigt, dass viel erreicht werden kann, wenn verschiedene zivilgesellschaftliche Akteure an einem Strang ziehen. Indem wir zusammenhalten und eine sehr klare Position vertreten, können wir rechte Proteste erfolgreich zurückdrängen. Auch wenn die erstarkenden nationalistischen und rassistischen Bewegungen zunächst zu Überforderung führten und die nun abnehmenden Teilnehmer*innenzahlen eine vermeintliche Schwächung der Bewegung erhoffen lassen, dürfen wir die Füße nicht still halten! Jederzeit können „Zukunft Heimat“ wieder aufmarschieren und ihre Hetze verbreiten. Zukünftig gilt es gemeinsam Stärke zu zeigen und ihnen die Bühne zu nehmen.

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